Porzellan
gehört zu der großen Gruppe der Keramik


Keramik unterteilt man wiederum in zwei Haupteile:

Grobkeramik Feinkeramik
Ziegel, Bauterrakotten, Klinker, Grobsteinzeug, Schamotteziegel und Bauteile Töpferware, Majolika, Fayence, Steingut, Steinzeug, Feinsteinzeug und Porzellan

Das Wort Porzellan
Eine Ableitung aus dem italienischen "porcella", eine Muschel mit glänzender porzellanähnlicher Oberfläche.

Eigenschaften des Porzellans
Transparenz gilt als sicherstes Zeichen echten Porzellans

Es gibt zwei Hauptarten von Porzellan
Hartporzellan
vorwiegend auf dem europäischen Kontinent

Unser in Deutschland erzeugtes Porzellan ist vorwiegend Hartporzellan. Es besteht zu ca. 50% aus Kaolin und je 25% aus Quarz und Feldspat und wird beim Brennen Temperaturen von 1400 bis 1500 Grad Celsius ausgesetzt.
Es zeichnet sich durch besondere Härte aus. Der höhere Kaolinanteil und die hohen Brenntemperaturen für Masse und Glasur bewirken diese Eigenschaft.

Weichporzellan
vorzugsweise in China, Japan und in England

Das Weichporzellan weist einen geringeren Anteil an Kaolin auf und wird beim Brennen niedrigeren Temperaturen als das Hartporzellan ausgesetzt.
Dadurch ergibt sich eine größere Empfindlichkeit gegen Stoß und Temperaturwechsel.

Zum Weichporzellan zählen:

Knochenporzellan - auch Bone China genannt hat seinen Namen von dem 50- bis 60 % Anteil von Knochenaschen oder Phosphaten an der Masse. Der Anteil als Kaolin ist wesentlich niedriger als bei Hartporzellan. Bone China wird gleich beim ersten Brand (Temperatur 1240 bis 1280 Grad Celsius) glatt gebrannt. Durch diese wesentlich niedrigere Brenntemperatur hat das Weichporzellan nicht die gleiche mechanische Festigkeit und Widerstandsfähigkeit wie Hartporzellan.

Frittenporzellan wird zwar auch zur Gruppe des Weichporzellans gezählt, ist aber streng genommen von der Zusammensetzung mehr eine glasartige Masse. Auch dieses "Porzellan" hat eine geringere mechanische Festigkeit, jedoch erlaubt es die Verwendung vieler Farben in der Unterglasurdekoration.

Biskuitporzellan nennt man Porzellan, das unglasiert gebrannt ist. Meist wird hierfür eine Weichporzellanmasse verwendet. Aufgrund seiner zwar wasserundurchlässigen aber etwas rauen Oberfläche weniger für Gefäße aber hervorragend für Plastiken geeignet. Vielfach werden sie auch nachpoliert.
Dekortechniken

Unterglasur-Dekoration
Zeitpunkt der Dekoration: vor dem Verglühbrand, vor dem Glasieren und vor dem Glattbrand
Die Dekorierung erfolgt gleich nach dem Glühbrand. Im Anschluss Glasurauftrag und Brand bei ca. 1400° C
Die Einbrenntemperaturen liegen bei 1400 - 1500° C
Möglichkeiten des Auftragens der Dekoration sind Handmalerei, Stempel, Schablone und Spritzpistole
Die Glasur über den Farben sorgt für besonderen Schmelz der Farbeffekte, für natürliche Weichheit.
Die Farbskala ist begrenzt, da nur Metalloxyde zu verwenden sind, die jenen hohen Temperaturen standhalten.

Aufglasur-Dekoration
Zeitpunkt der Dekoration: nach dem Glattbrand des glasierten Stückes
Klassische Dekortechnik bei Porzellanfiguren. Die Farben werden häufig von Hand auf die bereits glasierte Figur gemalt und bei ca. 800 Grad aufgeschmolzen.
Möglichkeiten des Auftragens der Dekoration sind Stempel, Buntdruck, Siebdruck, Stahldruck, Ätztechnik, Spritzpistole.
Die Einbrenntemperaturen liegen bei 750 -900° C
Die nahezu unerschöpfliche Farbskala erlaubt Dekorgestaltung bis ins letzte Detail und feinste Nuancen

Glasur-Dekoration:
Zeitpunkt der Dekoration: nach dem Verglühbrand, aber auch nach dem Glattbrand des glasierten oder unglasierten Stücks (Biskuit)
Möglichkeiten des Auftragens der Dekoration sind Tauchen, mit der Hand auftragen, Spritzpistole, Handmalerei, Siebdruck und Schiebebild.
Die Einbrenntemperaturen liegen bei 1400-1500°C oder bei 1200-1300°C)

Inglasur-Dekoration:
Zeitpunkt der Dekoration: nach dem Glattbrand des glasierten Stückes
Möglichkeiten des Auftragens der Dekoration sind Handmalerei, Stempel, Schablone, Buntdruck Siebdruck und Spritzpistole
Die Einbrenntemperaturen liegen bei 1400 - 1500° C
Durch die hohen Einbrenntemperaturen besteht auch hier eine beschränkte Farbpalette


Fehler bzw. Mängel beim Porzellan

können sichtbare, kleine Schleifflecke, Luftblasen, kleine Brandrisse oder Glasurfehler sein. Fast alle diese Fehler entstehen während des Brandes bzw. werden erst nach dem Brand sichtbar

Brandrisse sind Risse, die durch den ganzen Scherben gehen, wobei sie sogar von der Glasur überdeckt sein können, sie sind sofort nach dem Brand zu sehen und sofern die betroffenen Gegenstände nicht sofort ausgemustert werden, erhalten sie eine entsprechend niedrigere Qualitätsstufe

Glasurrisse sind Sprünge, die nur innerhalb der Glasur selbst auftreten und nicht durch das ganze Stück gehen. Oft treten sie erst nach Jahren auf z. Bsp. durch starke Temperaturschwankungen, auch ein heftiger Stoss könnte dies auslösen. Ursache sind Spannungen, wenn Masse und Glasur nicht ganz glatt zusammen harmonieren und wenn an manchen Stellen die Glasur etwas dicker ist.

Schleifflecke entstehen während des Glattbrandes. Das Porzellanstück wird während des Brandes in eine schützende Hülle ( Kapsel ) gestellt. Manchmal kommt es vor, dass sich nun während des Brandes aus der Kapsel kleine Teilchen lösen und auf das Porzellan fallen. Da die Glasur während des Brandes zähflüssig wird, backen die Teilchen förmlich an den Porzellangegenstand.
Dieser Befall muss abgeschliffen werden, dabei bleibt allerdings ein matter Fleck zurück.
Porzellan mit Schleiffleck/e wird in eine entsprechend niedrigere Qualitätsklasse einsortiert.

Eisenflecke sind bräunliche Flecken. Sie entstehen, wenn Masse oder Glasur mit metallischem Eisen verunreinigt ist. Obwohl die Porzellanmasse über Magnete läuft, die das metallische Eisen herausziehen, können diese Verunreinigungen auf dem weiteren Herstellungsweg entstehen.


Was versteht man eigentlich unter:

folgt demnächst....
2001-2009 Porzellansammlung.de

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